Greenpeace Austria

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USA. 4:58 Uhr morgens. Ein eng gedrängter Menschenmob steht ungeduldig im Halbdunkeln vor den Toren eines Einkaufszentrums. Rot blaue Lichter der Polizeiautos flackern ber die nervös wirkenden Gesichter der Wartenden. Eine Durchsage mahnt zur Ruhe. Pnktlich um 5 Uhr öffnet der Markt: Beinahe panisch setzt sich die Menschenmassen in Bewegung und beginnt durch den viel zu engen Eingang zu drängen. Nicht wenige strzen, verletzen sich, doch im Nervenkitzel des Black Friday zählen nur die Schnäppchen. Jährlich erreicht der globale Konsumwahn neue Ufer. Die Kosten trägt unsere Umwelt.

Fest der Besinnlichkeit

Das amerikanische Erntedankfest findet jedes Jahr am letzten Donnerstag im November statt. Besser bekannt als Thanksgiving steht dieser Tag seit jeher fr Besinnlichkeit im Kreise der Familie. Der Frieden verfliegt jedoch vielerorts bereits am Folgetag: Ursprnglich als Start in ein traditionelles Familienwochenende gedacht, kommt es heutzutage am Black Friday regelmäig zu zahlreichen Verletzten in den Märkten.

Die Märkte bereiten sich langfristig auf den Kaufrausch vor, der ihnen jährlich hohe Einnahmen beschert. Ab den frhen Morgenstunden stellen sich die Geschäfte den Shopping Exzessen. Im Fokus der Schnäppchenjäger stehen oftmals saisonale Outfits und Designerstcke, die mit Tiefstpreisen locken. Die tatsächlichen Bedrfnisse sind fr die Kundinnen und Kunden zweitrangig: Mit berladenen Einkaufstaschen kehren sie befriedigt nach Hause, wo das erworbene Gewand oftmals bereits nach kurzer Zeit im hinteren Eck des Kleiderschranks verschwindet.

Was heute noch Trend ist, ist morgen schon Mll

Während die Freude ber die Neuerwerbungen rasch verfliegt, belastet der Kaufrausch auf Dauer nicht nur die Geldbörse, sondern auch die Umwelt. Textilfirmen produzieren weltweit im berma, um einerseits unseren Kaufrausch zu befriedigen und diesen gleichzeitig weiter anzuspornen. Stetig wechselnde Modetrends sollen uns zum Neukauf berzeugen. Mit Erfolg: Seit der Jahrtausendwende haben wir unseren Konsum verdoppelt, die Kleidung tragen wir jedoch nur noch halb so lange.

brig bleiben Unmengen an aussortierter Kleidung, die oftmals im Mll landet. Neben den Textilabfällen belastet die immense Ressourcenverschwendung den Planeten zusätzlich. Auch der Second Hand Markt steht am Rande des Kollaps: Da in Europa nur rund elf Prozent der Textilaltwaren vor Ort verarbeitet werden, wird ein Groteil in den globalen Sden verschifft. Doch auch hier ist man von den wachsenden Textilbergen berfordert: 42 Länder mussten bereits Einfuhrbeschränkungen veranlassen oder die Altkleider Importe zur Gänze verbieten.

Mit dem morgigen Kauf Nix Tag (der amerikanische Buy Nothing Day» ist Europa einen Tag voraus) soll dem Konsumwahn entgegengesteuert werden. Da ein effektives Recycling von Kleidung momentan noch nicht möglich ist, muss sich jeder von uns umso mehr beim Einkaufen auf die tatsächlichen Bedrfnisse besinnen. Befreien wir uns von den Zwängen der Textilindustrie und geben der Fast Fashion eine Auszeit: Denn oftmals ist weniger mehr.